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Urlaub und Schreibzeit

Bald ist es soweit. Nach dem heutigen Tag habe ich endlich Urlaub, wenn man dies überhaupt so nennen kann, denn unternehmen kann man zur aktuellen Zeit ja sowieso nichts.

Einen Großteil dieser Zeit werde ich wohl für das Schreiben an dem zweiten Teil von Schlächterblut verwenden, denn schon bald ist die Korrektur der ersten Hälfte abgeschlossen (denke Sonntag).

Dann geht es weiter mit den Gedanken darüber, wie der „Blutfarmer“ seine Taten vollzieht.

Ich wünsche euch weiterhin, dass ihr alle gesund bleibt und achtet auf eure Mitmenschen. Bleibt zu Hause wenn es nicht unbedingt notwendig ist, nach draußen zu gehen.

Liebe Grüße Tobias Sans

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Schlächterblut Band 1

Der verlassene Freund

12 Jahre war er nun alt. Zerbrechlich und nicht mehr der Jüngste. Seine komplette Lebenszeit hatte er bei ihnen verbracht, war stets ein treuer Begleiter seiner Herrchen gewesen, nie von ihrer Seite gewichen und erfreute sich jeder Sekunde, die er mit ihnen verbringen konnte. Nun saß er im Auto der Familie. Sein Herrchen hatte auf dem Fahrersitz Platz genommen, doch gesagt hatte er nichts, wohin es gehen sollt. Die Sonne schien vom Himmel herab. Es war ein warmer Sommertag. Wo wohl die Reise hingehen würde? Er war gespannt darauf, was sie an diesem Tag wohl unternehmen wollten, doch wer konnte damit rechnen, dass das Leben des alten Hundes wie er es kannte, ein Ende finden sollte. Die Fahrt, welche über eine Stunde gedauert hatte, endete schließlich und das Fahrzeug stoppte in einem großen Wald. Sein Freund ließ ihn aus dem Wagen steigen und nahm ihn an die Leine. Er hatte sein Lieblingsspielzeug dabei. Einen schönen roten Ball, mit dem er immer so gerne spielte. Voller Freude lief der 12 Jahre alte Rüde neben seinem Herrchen den schmalen Waldweg entlang. Diesen Ort kannte er noch nicht. In voller Freude darauf gleich loslaufen zu dürfen schaute er immer und immer wieder hinüber zu seinem Herrchens der den Ball fest verschlossen in seiner Hand hielt. Schließlich leinte dieser seinen Hund ab und warf den Ball, soweit er ihn nur werfen konnte. Der Ball flog weit und landete schließlich mitten im Wald. Der alte Rüde rannte ihm hinterher, so schnell ihn seine Beine trugen. Mit lautem Bellen verlieh er seiner Freude Ausdruck. Er liebte es, im Wald zu spielen. Als er den Ball seinem guten Freund zurückbringen wollte, war dieser jedoch wie vom Erdboden verschluckt. Wo war er? Der Rüde lief zurück zu der Stelle, an der das Auto gestanden hatte, doch auch dieses war nicht mehr da. Schritt für Schritt. Er versuchte den Weg zurückzufinden über den sie hierher gekommen waren. Dort war sie. Die Straße, welche sie gefahren waren. Nach einer Stunde hatte er bekanntes Gelände erreicht und freute sich auf seine Familie. Die Streicheleinheiten. Sein Leben. Doch bevor der alte Rüde die Kreuzung überquert hatte, ein lauter Knall. Ein Auto hatte versucht zu bremsen, doch es war zu spät. Der Hund wurde durch den Aufprall mehrere Meter hinweg geschleudert und war auf der Stelle tot.

Der kleine Welpe ließ die Kinder vergessen. Ihr Freund war nicht mehr da und hatte sie verlassen. So hatte es ihr Vater gesagt. Der Welpe war glücklich eine Familie gefunden zu haben in der er glücklich sein konnte. Nun durfte er nur nicht alt werden.

Anmerkung: Wer sich einen Hund kauft sollte immer zuerst daran denken, was auf einen zukommt. Hunde sind manchmal nicht einfach, brauchen besondere Handhabung und auch



Die Gesellschaft der Oberflächlichkeit

Dort standen sie und schauten ihn an. Ihre Blicke, die ihn musterten, als wäre er der Abschaum der Gesellschaft. Jemand, der ihrer nicht würdig war. Leute wie er, welche auf der Straße lebten, waren nichts wert. Wertlos. Nutzlos. Eine Schande für die Gesellschaft, welche ihren Sinn darin fand immer mehr Geld und mehr Reichtum anzuhäufen, bis jegliches Mitgefühl aus ihrem Herzen erloschen war. Jeder kümmerte sich um sich selbst. Wie es anderen erging, war nicht relevant. So saß er dort. Seine Kleidung trug er nun schon mehrere Jahre. In einem kleinen Bollerwagen transportierte er sein hab und Gut welches er noch besaß.

Manchmal wünschte er sich die Zeit zurück, in der seine Frau noch lebte. Jahrelang hatte er für sie gesorgt. Jahrelang hatte er sie gepflegt. Seinen Job in dem er mehrere Jahrzehnte gearbeitet hatte aufgegeben, um ihr in ihrer schweren Zeit beizustehen, doch schließlich ging sie von ihm und er konnte nichts dagegen tun. Er verlor jeglichen Halt in seinem Leben und versank in die Obdachlosigkeit.

Er wusste, dass die Menschen nicht wissen konnten, was er alles durchmachen musste, doch er verstand nicht, weshalb die Menschheit in der er lebte so oberflächlich und verurteilend war. Er hatte niemandem etwas getan, war sein Leben lang hilfsbereit und setzte sich für Bedürftige ein.

Jeder Mensch kann in eine solche Lage geraten!

Damals als er seine Frau pflegte, brach er jeglichen Kontakt zu seinen Freunden ab. Er wollte nur für Sie da sein. Geschwister und andere Verwandtschaft hatte er keine. Nachdem seine Frau verstorben war musste er alleine mit der Situation klar kommen, doch das schaffte er nicht. Verlor sich und alles was ihm lieb war. Sein Leben war nicht mehr so, wie es einmal war. Hilfe stand ihm zu, doch er schämte sich. Jeden Tag aufs Neue, diese Blicke der Menschen, war etwas unerträgliches für ihn, doch er kam nicht heraus aus dem Sumpf der Trostlosigkeit.

Es ergab alles keinen Sinn mehr. Das Leben welches er früher einmal so geliebt hatte, auch in den schwersten Zeiten mit seiner Frau, war nicht mehr lebenswert. Schon oft hatte er darüber nachgedacht alles zu beenden. Einfach zu gehen. Doch in seinem Gedanken sprach sie zu ihm, bat ihn weiter zu leben und wieder Freude am Leben zu finden. Es gäbe doch noch so viele Dinge, für die es sich zu Kämpfen lohnen würde auf dieser Welt.

Ein kleines Mädchen mit langen Braunen Haaren, einem grünen Kleid und blauen Augen kam zu ihm hinüber und streckte ihm ihre Hand, in der sie eine Tüte hielt entgegen. Er nahm sie an sich und als er hinein schaute, sah er mehrere belegte Brote darin. Gerade wollte er sich bedanken, als er bemerkte, dass das Mädchen schon wieder verschwunden war. Als er den Inhalt der Tüte näher betrachtete, entdeckte er schließlich einen Zettel darin.

Lieber alter Mann,

Bitte sei nicht traurig. Diese Brötchen habe ich dir gekauft, damit du keinen Hunger mehr hast.

Ich habe dich schon oft hier gesehen. Du siehst hungrig aus. Die Brötchen habe ich von meinem Taschengeld gekauft.

Bitte sei nicht traurig.

Deine Lisa

Ihm rannen die Tränen die Wange entlang. Das kleine Mädchen war der Hoffnungsschimmer, der ihm all die Zeit gefehlt hatte.

Anmerkung: In der heutigen Zeit sollten wir uns nicht Urteile über andere Menschen bilden, nur weil sie nicht den gesellschaftlichen Vorstellungen entsprechen. Niemand weiß, was hinter der Fassade steckt. Nur weil das eigene Leben wie geplant verläuft, bedeutet dies nicht, dass andere Leben weniger Wert sind! Und an alle die sich unbedingt Christen nennen wollen, sich aber keineswegs mit ihrem eigenen Glauben auskennen, wie es mir scheint -> Liebet euren Nächsten!!